Kleine Flaschenkunde: Die gängigsten Weinflaschen
Neben der jedem bekannten Champagner- oder Sektflasche werden an Weinanbaugebiet Saale und Unstrut im Grunde zwei verschiedene Flaschengrundformen, in weißem (transparenten), grünem oder braunem Glas für die Abfüllung, Lagerung und weitere Reife sowie im Verkauf genutzt: Die Schlegelflasche und die Bordeauxflasche.
Mit geraden Schultern: Die Bordeaux-Flasche
Die Bordeauxflasche ist leicht an ihren Schultern zu erkennen. Der Boden der Weinflasche ist leicht gewölbt. Die Flasche, man ahnt es, ist nach ihrer Herkunft benannt. Nach Frankreichs legendärer Weinregion Bordeaux führt sie den Namen, der sich auch in Deutschland eingebürgert hat. Der Flaschenhals geht mit "geraden Schultern" in den Flaschenkörper über.
Schlank und hoch: Die Schlegel-Flasche
Die Hoch- oder Schlegelflasche ist eine schlanke, flötenartige Flasche, die man, zu unserem Leidwesen als Wirte, nicht so unkompliziert liegend lagern kann. Zwei Reihen bekommt man gut übereinander, ab der dritten Reihe kommen die Flaschen ruck-zuck ins Rutschen.
Ihr Ursprung liegt in Deutschland. Ganz früher hatten die Winzer im Elsass, in der Pfalz und an der Mosel eine ganz andere Anforderung als wir mit unserer Lagerproblematik: Es sollten möglichst viele Flaschen nebeneinander auf ein Schiff verladen werden können, stehend. Man transportierte dazumal den Wein auf dem Rhein mit dem Schiff und da war der Platz gut auszunutzen. Die Flaschen sind daher traditionell schmaler und höher als zum Beispiel die Bordeauxflasche.
Kennt jeder: Champagnerflasche
Die Flasche ist dickwändiger als eine Weinflasche. Sie muß ja dem Druck im Flascheninneren standhalten. Sie ähnelt in der Form ein wenig der Burgunderflasche. Sie hat am Boden eine ziemlich starke Einbuchtung. Elegant, wenn man beim Einschenken den Daumen in die Einbuchtung legt und das Ausgießen damit stabilisiert. Der eingebuchtete Flaschenboden resorbiert den inneren Druck besser an die Wände, das ist der Zweck und nicht, Platz für den Daumen zu bieten. Ist halt da.
Schlanker Hals: Die Burgunder-Flasche
Wie es ihr Name vermuten lässt, kommt diese aus dem Burgund, im Osten Frankreichs. Bei ihr geht der Hals in sogenannten abfallenden Schultern (also einer sanften, schrägen Linie) in den bauchigen Körper über. Diese Flaschenform ist in der hiesigen Weinregion nicht so gebräuchlich.
Es gibt eine noch Vielzahl anderer für bestimmte Regionen typische Flaschenformen. So der flache, bauchige Bocksbeutel im bayrischen Franken aber auch Portugal verwendet. Der Tokajer aus Ungarn und Portwein kommen in für sie typische Flasche. In Sachsen war mal eine Flaschenform gebräuchlich, die an einen Pin auf der Bowlingbahn erinnert. Sie trägt den schönen Namen Sachsenkeule. Sie ließ sich aber noch schlechter stapeln als eine Schlegelflasche und so konnte sie sich nie unter sächsischen Weinbauern durchsetzen. Am Rhein gibt noch die sog. Rheingauer Flöte, die nochmal höher als die Schlegelflasche und am Hals mit einer Riffelung verziert ist. Die ist aber außerhalb kaum bekannt. Sehr viel berühmter ist dann die Fiasco-Flasche aus dem Chianti. Hat man schon gesehen, mit einer Korbgeflecht drumrum als Kerzenständer.