Zusammenfluß von Saale und Unstrut
Zusammenfluß von Saale und Unstrut

2028: 1000 Jahre Naumburg, 1030 + Jahre Weinbau in der Region

2028 feiert Naumburg bekanntlich 1000 Jahre Naumburg. Als Beginn Naumburgs gilt  die urkundlich überlieferte Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg im Jahr 1028. Seit der 900-Jahr-Feier im Jahr 1928 liegt dieses markante Datum den Stadtjubiläen zu Grunde. Es gibt jedoch auch eine Urkunde, wonach der Weinbau an Saale und Unstrut mindestens seit 998, also mindestens 30 Jahre früher, begann.

Es geht zurück auf Kaiser Otto III. In Rom stellt der gute Mann im November 998 eine Schenkungsurkunde aus. Fantastisch, was alles so überliefert ist. In den offiziellen Kaiserurkunden der Ottonen ist der Text, natürlich lateinisch, zu finden. Für den Weinbau ist eine ganz bestimmte rechtliche Formulierung entscheidend. Kaiser Otto III. verschenkt verschiedene Wirtschaftsgüter mit folgender Formulierung, und zwar an das Kloster Memleben.

"... cum terris cultis et incultis (mit angebautem und unbebautem Land), pratis (Wiesen), pascuis (Weiden), silvis (Wäldern), venationibus (Jagden), aquis aquarumve decursibus (Gewässern und Wasserläufen), piscationibus (Fischereien), molendinis (Mühlen), vineis (Weinbergen), viis et inviis (Wegen und Unwegen), exitibus et reditibus (Ausgängen und Einkünften) ..."

Das Wort vineis (lat. vinea = Weinberg/Rebanlage) liefert hier den historischen Beweis für den bereits existierenden Weinbau in der Region. Er kann nur schlecht verschenken, was es nicht gibt. 

Die Urkunde beweist den Beginn des Weinbaus an Saale und Unstrut: Mit der Urkunde vom 30. November 998 schenkte der Kaiser dem Kloster insgesamt sieben namentlich genannte Orte. Diese Dörfer lagen verteilt in der fruchtbaren Region um die Flüsse Saale und Unstrut. Wir zählen hier fünf davon auf, wer kennt sie nicht:

Memleben wird verschenkt und bildet das Zentrum der Schenkung selbst. Hier befanden sich die bedeutende kaiserliche Pfalz (Sterbeort von König Heinrich I. und Kaiser Otto I.) sowie das Benediktinerkloster. Heute gehört der Memlebener Klosterweinberg wieder zu den bewirtschafteten Steillagen der Region. Aktuell zeichnet das Weingut Siegmund und Klingbeil für die Bewirtschaftung verantwortlich.

Albersroda und Steigra werden verschenkt. Beide Orte liegen auf der Hochebene nördlich des Unstruttales. Vor allem in Steigra wird bis heute aktiv Weinbau betrieben. Der Ort ist bekannt für seine traditionsreichen Weinberge.

Das Dorf Vitzenburg wird verschenkt: Das Dorf liegt direkt an den Steilhängen der Unstrut. Die nach Süden ausgerichteten Hänge bieten exzellente klimatische Bedingungen. Bis heute thront das Schloss Vitzenburg über den markanten, jahrhundertealten Weinberglagen. Die Winzerei Herr und Frau Lüttmer führt auf dem Schlossberg die Jahrhunderte alte Tradition fort und baut auf dieser begehrten Steillage erlesene Weine an.

Und es wird auch Goseck verschenkt: Gelegen auf einem markanten Kreidefelsen direkt an der Saale. Die geschützte Hanglage direkt über dem Fluss war prädestiniert für den frühen Weinanbau der Mönche. Heute hält das Weingut Goseck Pfeifer & Frick die Fahnen hoch.

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2028 feiert Naumburg bekanntlich 1000 Jahre Naumburg. Als Beginn Naumburgs gilt  die urkundlich überlieferte Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg im Jahr 1028. Seit der 900-Jahr-Feier im Jahr 1928 liegt dieses markante Datum den Stadtjubiläen zu Grunde. Es gibt jedoch auch eine Urkunde, wonach der Weinbau an Saale und Unstrut mindestens seit 998, also mindestens 30 Jahre früher, begann.

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